Gedanken zum Weltgebetstag, 2. März 2018

Gottes Schöpfung ist sehr gut!

Warme Sonne, blauer Himmel, Wasserfälle und Flüsse, dichter Dschungel mit Schlingpflanzen und Palmen, bunte Papageien und andere Vögel. Schmetterlinge und Raupen, Frösche, Reptilien und Spinnen, Brüllaffen, all das findet man in Surinam. Und uralte Schildkröten die an den Stränden ihre Eier vergraben für den ständigen Kreislauf von neuem Leben. Mehr als tausend Baumarten findet man im Urwald, der 90% des Landes bedeckt.
Gott schuf die Erde, zuerst das Licht, dann das Himmelsgewölbe, trennte das Land vom Wasser und ließ Pflanzen wachsen. Er setzte Sonne, Mond und Sterne an das Firmament um schließlich Lebewesen zu schaffen. Tiere im Wasser, zu Lande und in der Luft. Und zuletzt den Menschen. Mit der Vollendung der Schöpfung spricht Gott: „es ist sehr gut!“ Das nehmen die Frauen aus Surinam zum Thema für den diesjährigen Weltgebetstag. Verbunden mit dem Auftrag, den Gott dem Menschen mitgibt: „seid fruchtbar und vermehrt euch, die ganze Schöpfung vertraue ich eurer Fürsorge an“. Das heißt aber auch: zerstört nicht die Grundlage eures Lebens, übernehmt Verantwortung damit alle gut leben können auf dieser Erde. Die wunderschöne Natur in Surinam ist durch das Handeln der Menschen bedroht. Gold wird aus dem Boden gegraben und mit Unmengen Quecksilber ausgeschwemmt. Das vergiftet die Flüsse und Seen, gelangt in das Trinkwasser und die Lebensmittel und machen besonders ungeborene Kinder krank.
Die Schöpfungsgeschichte stellt sich auf den ersten Blick als Geschichte von Gestaltung des Lebensraumes dar. Raum ist etwas, das man in Besitz nimmt, dominiert, beherrscht. Aber sie  vermittelt uns auch, dass es einen Rhythmus in der Zeit gibt. Zeit ist etwas Anderes. Zeit ist wesentlich für Prozesse, für Wachsen und Gedeihen, Hüten und Pflegen. So ist der Höhepunkt der Schöpfungsgeschichte der Ruhetag. Er dient der Würdigung, dem Staunen und der Segnung. Es ist der Tag zum Innehalten und Feststellen: „es ist sehr gut!“
Als Christen sind wir nicht Herrscher über Raum sondern integraler Teil im Rhythmus von Tag und Nacht, Ruhe und Arbeit, Licht und Dunkelheit, von Geben und Nehmen, mit dem speziellen Auftrag des Hütens und Bewahrens. Erst wenn wir dies begreifen und leben, wenn wir hüten und pflegen, dann können wir daran mitwirken, dass alles sehr gut wird.
Die Frauen aus Surinam lassen uns an ihrer Lebenswirklickeit teilhaben, die auch mit unserer zu tun hat. Wir können auch hier unseren Teil dazu beitragen Gottes Schöpfung zu bewahren. Und gemeinsam stimmen wir in die Lieder und Gebete ein, die am Weltgebetstag rund um den Globus Mut machen.

Christina Widmann, Bezirksarbeitskreis Frauen