Tagung der Bezirkssynode Balingen am 11. November 2016

„Die Kirche ist immer zu reformieren!“

Kürzlich fand die Herbsttagung der Evang. Bezirkssynode Balingen statt. Sie wurde mit einer Andacht eröffnet, in der Pfarrerin Günther eine bewegende Geschichte über die „Schuhe des Glaubens“ erzählte und sich auf Ps 31 bezog: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“.

Zu Beginn rief Dekan Widmann dazu auf, an die Vorsitzende, Christa Schwarz, zu denken. Aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls konnte sie die Sitzung nicht leiten. In seinem Grußwort erinnerte Erzbischof Abel von der Polnisch-Orthodoxen Diözese Lublin-Chelm an das Reformationsjubiläum. Es sei wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, worum es Luther ging: „Die Kirche ist immer zu reformieren“, wie das schon seit 500 Jahren geschehen sei. Erzbischof Abel überreichte Dekan Widmann ein Kreuz als Geschenk der Diözese.

„Frechheit, Faulheit und ähnliche Untugenden“ seien laut Philipp Melanchthon schon vor 500 Jahren bei Schülern zu finden gewesen. Schuldekan Hans-Joachim Heese erinnerte in seinem Bericht an die Schrift des Reformators über „die Leiden der Lehrer“. Verantwortung für Bildung gehört zur Ev. Kirche als Erbe der Reformation; ein gerechtes Bildungssystem und Chancengleichheit seien heute zentral. „Religion braucht Bildung, Bildung braucht Religion“, so Heese.

Anschließend stellte Kirchenbezirksrechner Wolfgang Staiger in einem „Parforce-Ritt“ die Mittelfristige Finanzplanung und Zuweisungsplanung für die Jahre 2016-2020 vor, den Rechnungsabschluss 2015 und den Plan für die Kirchliche Arbeit 2017. Die rückgehende Gemeindegliederzahl macht Konzentration nötig, besonders bei Immobilien. Die Aussetzung der Kürzung der Sachkostenpauschale wurde mit großer Mehrheit angenommen; die Kirchengemeinden haben damit in nächster Zeit etwas mehr finanziellen Spielraum.

Der zweite Teil der Sitzung begann mit einem Bericht aus dem Kirchenbezirk von Dekan Widmann. Ausgehend von den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr rief er dazu auf, den Kirchenbezirk und die Kirchengemeinden weiterzuentwickeln. Arbeit im Verbund sei zukunftsweisend, auch angesichts des Pfarrplans. „Handeln müssen wir jetzt. Nicht erst, wenn wir keine Möglichkeiten dafür mehr haben“, so der Dekan.

Als neue Delegierte des Kirchenbezirks für die Landesarbeitsgemeinschaft evangelischer Seniorinnen und Senioren (LAGES) wurden Rosmarie und Hermann Christian Schick begrüßt. Sie riefen auf zur Mitarbeit in einem „BAKS“, Bezirksarbeitskreis Senioren.

In Sachen PfarrPlan 2024 wurde der Zeitplan vorgestellt: die Zielzahlen der Landeskirche kommen im März 2017, nach der Tagung der Landessynode. In der nächsten Herbstsynode ist ein Vorschlag zu beschließen für das bezirkliche Stellenverteilungskonzept. Nach umfassenden Anhörungen erfolgt der eigentliche Beschluss im März 2018. Die Pointe des PfarrPlans sei „nicht das Sparen, sondern die Verteilungsgerechtigkeit, vor allem für ländliche Kirchenbezirke wie Balingen“, so der Dekan.


Ingo-Ch. Bauer
Pressebeauftragter des Ev. Kirchenbezirks Balingen