Kirchenbezirkssynode Balingen - einmal ganz anders

Am Freitag, den 13. März 2015 trafen sich die Synodalen des Kirchenbezirks in Balingen zu den aktuellen Themen „Kirchentag 2015 in Stuttgart“ und „Hilfe für Nigeria“.
Ein Hauch von Kirchentags-Flair lag in der Luft, als die Männer und Frauen das Johann-Tobias-Beck-Haus betraten. Der Raum war mit Original-Kirchentagspapphockern bestückt. Nach einer Andacht zur Kirchentagslosung „damit wir klug werden“, von Pfarrerin Bärbel Danner, wurden die neuesten Lieder für den Evangelischen Kirchentag in Stuttgart, der vom 3.-7. Juni 2015 stattfindet, angestimmt. Es folgte das Grußwort des Balinger Oberbürgermeisters Helmut Reitemann, der die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune, z. B. im Bereich der Kindertagesstätten, lobte.

Anschließend gewährte Wolfgang Kruse, Beauftragter der Landeskirche für den Kirchentag, einen Vorgeschmack auf die vielfältigen Höhepunkte und Redner in Stuttgart. Schwerpunkte der gastgebenden Württembergischen Landeskirche sind beispielsweise das Zentrum Jugend, in dem es um „Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit heute“ geht. Eine Besonderheit ist, dass der Christustag, der nach dem Stuttgarter Kirchentag 1969 als Alternativveranstaltung „Gemeindetag unter dem Wort“ gegründet wurde, erstmalig Teil eines Kirchentags sein wird. Damit soll ein versöhnliches Zeichen gesetzt werden. Einen besonderen musikalischen Akzent setzen Chöre aus dem ganzen Land, die an verschiedenen Orten in Stuttgart die gleichen Lieder anstimmen und damit den Kirchentagsbesuchern den „Klang des Südens“ zu Gehör bringen. Nach dem Vortrag fanden lebhafte Kleingruppen-Diskussionen über diverse Themen des Kirchentags statt, bevor die Synodalen in der Pause kulinarisch verwöhnt wurden.


Im zweiten Teil des Abends, der unter der Überschrift „Hilfe für Nigeria“ stand, berichtete Dr. Yakubu Joseph, von der Universität Tübingen, aus eigener Erfahrung über die aktuelle Situation in Nordnigeria und das unendliche Leid, das die Terrororganisation „Boko Haram“ dort anrichtet. Der Kirchenbezirk Balingen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Nigeria und hat gemeinsam mit der Church of the Brethren (EYN) ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen, das vertriebenen und entwurzelten Personen innerhalb Nigerias einen Neuanfang ermöglicht. „Mit der finanziellen Hilfe aus Balingen konnten Menschen evakuiert, verpflegt und medizinisch versorgt werden“, erklärte Dr. Joseph. „Sicheres Land wurde gekauft, auf dem die Menschen ihre Häuser bauen und leben können.“ Das interreligiöse Hilfsprojekt ist für die Menschen in Nigeria eine echte Hilfe zur Selbsthilfe. In dem so entstehenden Vorort von Abuja, der neuen Hauptstadt Nigerias, leben Christen und Muslime friedlich zusammen und setzen damit ein Signal für das ganze Land. Dr. Joseph dankte dem Kirchenbezirk Balingen für die erfahrene Hilfe, indem er an Mt 25 erinnerte, wo Christus sagt: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Die Bezirkssynode sandte als Antwort an die nigerianischen Geschwister eine Botschaft, in der sie diesen ihre Anteilnahme, Solidarität und bleibende Fürbitte zusagte. Mit dem Gebet für die Menschen in Nigeria und einem Kirchentagslied klang die Synode schließlich gegen 21 Uhr aus.

Impressionen von der Bezirkssynode am 13. März 2015 im Johann Tobias Beck-Haus Balingen