Friedensprojekt CEPAN

CEPAN (centre for peace advancement / Zentrum für Friedensförderung in Nigeria)

CEPAN-Flyer

Nordnigeria – das sind auch jahrhundertealte Stammesriten, pulsierende Großstädte, traditionelle Trommelklänge und Handy-Klingeltöne. In Nigeria treffen karges Land, Steinwüste und Vulkanberge auf die fruchtbaren Gegenden des Jos-Plateaus.

Der Konflikt auf dem Jos-Plateau dreht sich um Grund und Boden. Hier ist es sehr fruchtbar und es herrscht ein angenehmes Klima. Nordnigeria ist bis heute ländlich geprägt, und den Einfluss der Sahara spürt man, je weiter man in den Norden reist, was bedeutet, dass viele Felder vertrocknen und die Bevölkerung ums Überleben kämpft. Die zuwandernden Fulani-Nomaden mit ihren Herden sind Muslime und konkurrieren mit den schon länger hier lebenden Einwohnern, die überwiegend christlich geprägt sind, um gutes Ackerland und Bodenrechte.

Seit dem Jahr 2003 unterstützt der evangelische Kirchenbezirk Balingen hier das CEPAN Friedensprojekt. Es ist beispielgebend in seiner Friedensarbeit und wurde vom Plateau-Bundesstaat immer wieder ausgezeichnet. Bis heute werden friedensbildende Schulungen, sowie Heilung von Traumata dort angeboten.

Wir sind überzeugt, dass am besten bei Kindern und Jugendlichen begonnen wird, ein Bewusstsein für dauernden Frieden zu schaffen. Der evangelische Kirchenbezirk unterstützt deshalb die Programme der Schulfriedenclubs. Im Jahr 2009 konnte die letzte Reisegruppe aus Balingen, Pfarrer Ingo-Christoph Bauer, Kirsten Alisch, Brigitte Mootz und ich, diese Arbeit kennenlernen: Durch Singen, Tanzen und Theaterspielen wird es möglich, Grenzen zu überwinden. Im Jahr 2009 haben 11 weiterführende Schulen einen Friedensclub gegründet. 2013 sind es bereits 17 Schulen mit Friedensclubs. Trotz aller Unsicherheit und Gefahren gibt es immer mehr Friedensstifter.

Yakubu Joseph, zur Zeit Doktorand in Tübingen zum Thema Friedensarbeit und erster Direktor des CEPAN Projekts, erklärte mir vor kurzem: „Die Schulfriedensclubs sind sehr wichtig im Plateaustaat, nicht nur in Bezug auf die Jugend, sondern hier wird auch den Eltern eine Plattform geboten, wo sie sich gegenseitig kennenlernen können.“

In Jos selber ist es schon seit rund 2 Jahren nicht mehr zu Unruhen gekommen.
Trauriger Grund dafür sind auch die religiös getrennten Stadtviertel mit sich ebenso getrennt entwickelnden sozialen, politischen und ökonomischen Systemen. Man lebt, arbeitet und wirtschaftet „unter sich“. Denn auffallend wenige Muslime kleiden sich noch in ihre traditionellen Gewänder. Die meisten tragen inzwischen westlich orientierte Hemden und Hosen und können sich so unerkannt unter die Christen mischen. Auch wenn das gegenseitige Vertrauen allmählich zurückkehrt, bleibt die Wachsamkeit gegenüber der anderen Religion und Ethnie.

Weiter im Norden verbreitet die Boko Haram-Sekte Angst und Schrecken. In den Bundesstaaten Yobe und Borno sind alle jungen Männer auf der Flucht, Christen und Muslime. Einst mit dem hehren Ziel gegründet, Armut und Korruption in Nigeria auszumerzen, wurde die Boko Haram-Sekte später zur Terrorgruppe und versucht mit ihren tödlichen Anschlägen, den Norden Nigerias unter die Sharia zu zwingen. Alles Westliche ist verboten,  dies bedeutet der Name Boko Haram. Und die Opfer sind nicht nur Christen, sondern auch alle westlich orientierte Muslime. Erst vor einigen Wochen wurde eine Universität im Yobe Staat überfallen und die männlichen Studenten, allesamt Muslime, in ihren Unterkünften umgebracht.

Markus Gamache, mit dem wir auf unseren Reisen unterwegs waren, schrieb mir: in seinem Heimatdorf Madagali, im Haus seiner Mutter, sind inzwischen auch Flüchtlinge untergebracht und werden dort versorgt. Die großen Städte werden mit Militär überwacht, in vielen Dörfern gibt es Bürgerwehren. Da die Boko Haram keine negative Werbung mehr in den Medien möchte, geschieht das Morden zur Zeit hauptsächlich in kleinen Dörfern. Dies erscheint nicht in unseren Nachrichten.
Dieses unsagbare Leid trifft Christen und Muslime.

Die Bevölkerung weiß, dass sie und ihr Land nur eine Zukunft haben, wenn es gelingt, dass Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit in Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben. Deshalb ist es so wichtig, dass es Friedensprojekte wie CEPAN gibt! 


Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen, die Friedensarbeit in Nordnigeria zu unterstützen. Überweisungen richten Sie bitte unter dem Stichwort „CEPAN Friedensprojekt Nigeria“ an den Evangelischen Kirchenbezirk Balingen.
Die Kontodaten können Sie beim Evang. Dekanatamt Balingen (Tel. 07433-7019) erfragen.


Herzlichen Dank! Ihre Christa Schwarz