Partnerschaft des Evang. Kirchenbezirks Balingen mit der Poln.-Orthodoxen Diözese Lublin/Chelm

Der Evangelische Kirchenbezirk Balingen und die orthodoxe Diözese Lubin/Chelm feiern ihre 25jährige Partnerschaft mit einer Begegnungstagung in Lublin

© Foto: Ströhle

Pressekonferenz: Am Rande der Theologischen Konferenz gaben Dekan Widmann und Erzbischof Abel eine Pressekonferenz für das lokale polnische Fernsehen.

Mit einer großen Delegation bestehend aus Dekan Widmann, mehreren Pfarrern des Kirchenbezirks, dem Partnerschaftschor unter der Leitung von Bezirkskantor Wolfgang Ehni und dem Partnerschaftsbeirat folgte der Kirchenbezirk Balingen der Einladung von Erzbischof Abel. Auf dem Programm stand neben der Begegnung ein Konzert der Chöre und eine internationale ökumenische Konsultation in den Räumen und unter Mitarbeit der katholischen Universität Lublin.
Unter dem Titel „Auf der Suche nach dem, was uns verbindet“ suchten evangelische Theologen und ausgewählte Professoren der Lubliner Universität nach den verbindenden Elementen der Konfessionen. Aber auch ein vertieftes Verständnis der Besonderheiten beider Konfessionen wurde ermöglicht. Dabei wurde die Bedeutung des Dialogs der Konfessionen als Wegbereiter für die aktuellen innereuropäischen Verständigungsprozesse betont.  Die Schirmherrschaft der Tagung trug unter anderem der Bürgermeister der 340.000 Einwohnerstadt Lublin Krzysztof Żuk, der Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland und der Vorsitzende des Polnischen Ökumenischen Rats.
Bei der Kranzniederliederlegung am Mahnmal des KZ Majdanek wurde der Greuel der NS-Zeit und ihrer Opfer gedacht und an die gemeinsamen Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in Europa erinnert. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Lublin betonte bei einem Empfang der Delegation im Rathaus die Bedeutung der Ökumenischen Partnerschaft. Er sieht Lublin in einer besonderen Form mit den drei Konfessionen, katholisch, orthodox und evangelisch als Brücke zwischen Ost und West. Ihm ist es ein großes Anliegen, Europa voranzubringen.
Die Partnerschaft zwischen dem Evangelischen Kirchenbezirk Balingen und den Lubliner Kirchen wurde vor 25 Jahren vom damaligen Täbinger Pfarrer Dr. Werner-Ulrich Deetjen gemeinsam mit dem Kirchenbezirk Balingen initiiert. Von Anfang an war neben der Orthodoxen Kirche auch die evangelische Gemeinde in Lublin beteiligt. Elemente der Partnerschaft sind jährlich stattfindende Begegnungsfahrten, Chorreisen, gegenseitige Besuche zu besonderen Anlässen.
In einem besonderen Dankgottesdienst in der Orthodoxen Verklärung-Christi-Kathedrale wurde für die fruchtbare Zusammenarbeit gedankt. Ein gut besuchtes Chorkonzert unter der Beteiligung der drei Chöre der Partner in der  evangelischen Kirche in Lublin bildete einen weiteren Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten und machte die besonderen Begegnungsmöglichkeiten im gemeinsamen Musizieren deutlich.
Für die Zukunft ist ein gemeinsames Jugendprojekt anvisiert, wofür noch in diesem Jahr konkrete gemeinsame Planungen angestellt werden sollen.  

Reise nach Lublin vom 2. – 5. Juni 2016

Seit 1993 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Balingen und der Erzdiözese Lublin-Chełm der Polnisch-Orthodoxen Kirche. Im Rahmen dieser Partnerschaft hat sich ein besonderes Verhältnis zwischen der evangelische Kirchengemeinde Tailfingen und der evangelischen Kirchengemeinde in Lublin entwickelt. Verantwortlich für die Partnerschaftsarbeit ist ein Partnerschaftsausschuss, der von der Bezirkssynode gewählt wird. Vorsitzender des Ausschusses ist seit 2014 Pfarrer Bernd Mayer, Pfarrer an der Pauluskirche in Tailfingen. Das ermöglicht eine bessere Verbindung zwischen der Bezirkspartnerschaft und der Partnerschaft zwischen den evangelischen Kirchengemeinden Lublin und Tailfingen.
Von 2. – 5. Juni 2016 besuchte eine kleine Delegation des Kirchenbezirks Lublin. Geleitet wurde die Delegation von Pfarrer Bernd Mayer. Weitere Mitglieder der Delegation waren: Ingrid Kühnast aus Ebingen, die von der ersten Stunde die Partnerschaft begleitet und durch ihre polnischen Sprachkenntnisse unverzichtbar bei den Begegnungen ist, Wolfgang Staiger (Kirchenbezirksrechner und Leiter der Verwaltungsstelle Balingen), Pfarrer Frank Steiner aus Rangendingen sowie Gertraud Hanß-Kraus und Rudolf Kraus aus Balingen.
Empfangen wurde die Delegation am kleinen Regionalflughafen in Lublin von Erzbischof Abel persönlich. Begleitet wurde er von Mirsolaw Czapkowicz, der die Gruppe in den folgenden Tagen begleitete und als „rechte Hand“ des Erzbischofs alles perfekt organisierte. Beim Mittagesser war ein Bischof aus der Ukraine zu Gast. Nach einem Gang durch die schmucke Altstadt von Lublin wurde noch das Altersheim der orthodoxen Kirche besucht, das ganz bewusst für alle Konfessionen offen ist.
Am Abend gab es ein Arbeitsessen mit den orthodoxen Pfarrern von Lublin sowie dem Kantor und dem Vorsitzenden der geistigen Bruderschaft der orthodoxen Jugend der Erzdiözese Lublin. Wichtige Erfahrungen konnten dabei ausgetauscht werden.
Am zweiten Tag besuchte die Delegation das Konzentrationslager Majdanek. In einer Feierstunde wurde ein Kranz niedergelegt. Danach wurde eine größere Fahrt durch die Diözese unternommen. Zunächst ging es nach Biała Podlaska. Dort gab es einen Austausch mit den orthodoxen Pfarrern, unter anderem auch mit Jan Kulik, der als Urgestein der Partnerschaft gilt. Der weitere Weg führte nach Jabłeczna in das Kloster des Heiligen Onufrius mit einem kurzen Spaziergang zum Bug, der als Grenze zu Weißrussland auch die EU-Außengrenze bildet. Am Abend hat Erzbischof Abel zu einem Abendessen in seine kleine Wohnung eingeladen. Zu Gast war auch der evangelische Pfarrer aus Lublin Grzegorz Brudny. Angedacht wurden weitere Unternehmen der Partnerschaft wie zum Beispiel Jugendaustausch. Pfarrer Bernd Mayer überbrachte die Grüße von Dekan Widmann und dessen Einladung an Erzbischof Abel, an den Feierlichkeiten zum Reformationsgedenken 2017 in Balingen teilzunehmen. Angesprochen wurden auch die gegenwärtigen Probleme in der Europäischen Union sowie die politischen Veränderungen durch die neue Regierung in Polen.
Am dritten Tag besuchte die Delegation zunächst die Stadt Zamość. Die Altstadt gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Danach stand der Besuch des Klosters Turkowice auf dem Programm. Dieses Kloster wird von zehn Nonnen bewohnt, die ein abgeschiedenes und von der Askese bestimmtes Leben führen. Weiter ging es nach Chełm, das schon im 13. Jahrhundert orthodoxer Bischofsitz war. Deshalb ist Chełm für die Erzdiözese Lublin eine wichtige Stadt. An diesem Wochenende wurde der Märtyrer von Chełm und Podlasien gedacht. Zu diesem Festwochenende sind viele Gläubige nach Chełm gekommen. Am Samstagabend fand ein zweieinhalb Stunden dauernder Gottesdienst statt, an dem auch Bischöfe aus der Ukraine teilnahmen. Beim anschließenden Empfang und Abendessen wurde die Delegation aus Balingen herzlich begrüßt. Pfarrer Bernd Mayer konnte ein Grußwort sprechen.
Am vierten Tag der Reise stand ein Besuch des Gottesdienstes in der evangelischen Trinitatiskirche auf dem Programm. Der sehr gut besuchte Gottesdienst wurde vom Kirchenchor mitgestaltet. Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Pfarrgarten ein Picknick statt. Pfarrer Bernd Mayer konnte in einem Grußwort die evangelische Kirchengemeinde Lublin zum Reformationsfest in Albstadt einladen, das am 23. Juli 2017 in Ebingen geplant ist. Außerdem konnte noch eine Spende aus Tailfingen und vom Kirchenbezirk überreicht werden. Die evangelische Kirchengemeinde Lublin hat nur ungefähr 200 Gemeindeglieder, die weit verstreut wohnen. Mit der Renovierung ihrer schönen Kirche und wichtigen diakonischen Aufgaben für die ganze Stadt ist diese kleine Gemeinde vor große Herausforderungen gestellt und deshalb dringend auf Unterstützung angewiesen.
Nach diesen vielfältigen Begegnungen und Eindrücken ist die Delegation wieder in die Heimat zurückgekehrt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beeindruckt von der Herzlichkeit der Begegnungen. So diente die Reise der Vertiefung der Partnerschaft zwischen den orthodoxen und evangelischen Christen in Lublin und im Kirchenbezirk Balingen sowie der Kirchengemeinde Tailfingen.

Bernd Mayer

Partnerschaft mit der orthodoxen Erzdiözese Lublin-Chelm

Seit 20 Jahren besteht die ökumenische Partnerschaft zwischen dem Ev. Kirchenbezirk Balingen und der orthodoxen Erzdiözese Lublin/Chelm (Polen) sowie der evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Lublin.

Vom 11.-14. September 2014 hat eine Delegation aus dem Kirchenbezirk Balingen Dekan Beatus Widmann bei seinem Antrittsbesuch sowie Herbert und Irene Friedrich bei deren Abschiedsbesuch bei der orthodoxen Partnerdiözese Lublin/Chelm und der Evang.-lutherischen Gemeinde (AB) begleitet.

Reiseprogramm [pdf 155 KB]

Im Rahmen dieser Reise fand eine Gedenkfeier [269 KB] am Ehrenmal der Gedenkstätte Majdanek statt.

Fotos vom Besuch finden Sie auch auf der Homepage der Partnergemeinde Lublin.

 

In den Vorjahren gab es Im Rahmen dieses Austausches auch zahlreiche Begegnungen von Chören.